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E-Auto im Windpark laden?

Professor Beck eröffnet die WindBar
Dr. Benger erläutert die verschiedenen Projekte des EFZN

Das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) und der BWE-Regionalverband Braunschweig diskutieren in Goslar über mögliche Konzepte der E-Mobilität. Windparks als Ladestellen sind eine wirtschaftliche Alternative.

 

„Wenn der Strom für E-Autos aus konventionellen Kraftwerken kommt, dann kann ich auch gleich einen Diesel fahren“, eröffnet Prof. Hans-Peter Beck Vorstandsvorsitzende des Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) und Direktor des Instituts für Elektrische Energietechnik und Energiesysteme (IEE) an der TU Clausthal die erste WindBar im Regionalverband Braunschweig des Bundesverbandes Windenergie (BWE). Rund 50 BWE-Mitglieder und Interessierte aus der Region nahmen an der Diskussionsveranstaltung „Regenerative Stromtankstellen für eine saubere Mobilität“ teil.

 

„Um die Energiewendeziele der Bundesregierung zu erreichen, muss das Energiewendetempo drastisch zunehmen“, so Dr. Ralf Benger technischer Leiter des Batterietestzentrums im EFZN. Mittlerweile decken die Erneuerbaren Energien 35 Prozent des deutschen Strombedarfs. „Strom wird zu unserer Primärenergie“, so Benger. Der Hauptanteil des deutschen Bruttoenergieverbrauchs liege jedoch in den Sektoren Wärme und Verkehr mit einem nur geringen Beitrag aus erneuerbaren Energien. Effiziente strombasierte Verkehrskonzepte sind also ein elementarer Bestandteil des zukünftigen Energiesystems und ein notwendiger Baustein der Sektorenkopplung. Dabei sind E-Autos, die direkt mit Strom und ohne Gas oder Wasserstoff betrieben werden am effizientesten. Auch gegenüber konventionellen Fahrzeugen. Doch trotz Klimavertrag, Dieselskandal und steigender CO2-Belastung stagnieren sowohl die Energie- als auch die Mobilitätswende. Es fehlt die alltagstaugliche Langstreckenmobilität. „Wir wollen als Autofahrer zwar das Antriebssystem aber nicht unser Nutzerverhalten ändern“, ist sich Nils Kreth wissenschaftlicher Mitarbeiter des EFZN sicher. Kreth hat deshalb drei Varianten für eine schnelle Versorgung an Autobahnen verglichen. Ziel dabei ist die Aufladung des Autos in 15 Minuten. „Wenn ich unterwegs bin, will ich mein Auto während einer Kaffeepause aufladen können“, setzt Kreth voraus. Dabei verglich Kreth die Möglichkeiten Schnellladestationen entweder direkt im Netz einzubinden, mit einem Batteriespeicher auszustatten oder an einen Windpark anzuschließen.

 

Es zeigt sich das die drei Varianten wirtschaftlich miteinander konkurrieren. Die Kosten liegen je nach Standort, Projekt und Anzahl der Ladesäulen bei circa 32 Cent je Kilowattstunde. Dabei können gleich noch positive Effekte generiert werden. Beispielsweise kann das Stromnetz zu sinnvollen Zeiten entlasten oder Windstrom getankt statt abgeschaltet werden. „Technische Lösungen gibt es, jetzt brauchen wir dringend politischen Rahmenbedingungen, die auch die Umsetzung ermöglichen“, fordert Alexander Heidebroek Vorsitzender des BWE-Regionalverband Braunschweig.

 

 

Einladung zur Podiumsdiskussion

Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) lädt am 15. September unter dem Thema "Wie bringen wir Klimaschutz uhnd Energiewende voran?" zu einer Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl.

Näheres entnehmen Sie gerne dem Flyer.

Wirtschaftsminister Olaf Lies mit Vertretern niedersächsischer Verbände und Unternehmen der Windenergie

Wirtschaftsminister Olaf Lies mit Vertretern niedersächsischer Verbände und Unternehmen der Windenergie

Wirtschaftsminister Olaf Lies hat  mit Vertretern niedersächsischer Verbände und Unternehmen, unter anderem der Landwind-Gruppe, die Ergebnisse der ersten beiden Ausschreibungsrunden für die Windenergie an Land diskutiert. „Die Unternehmen haben auf die dramatische Situation der Branche hingewiesen, die mit den Ergebnissen der ersten beiden Ausschreibungsrunden entstanden ist. Entgegen der Absicht der Bundesregierung, die Akteursvielfalt zu erhalten, haben sich wenige professionelle Projektentwickler einen Großteil des Ausschreibungsvolumens gesichert. Die Folgen sind eine Monopolisierung des Marktes sowie ein Fadenriss beim Ausbau in den kommenden Jahren. Damit sind nicht nur viele qualifizierte Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet, sondern auch unser mühevoll erarbeiteter internationaler Innovationsvorsprung in diesem Sektor", so Minister Lies.

 

Ein wesentliches Ziel der Bundesregierung bei der Umstellung auf Ausschreibungen war der Erhalt der hohen Akteursvielfalt. In der ersten Ausschreibungsrunde entfiel jedoch rund 35 Prozent des Volumens auf Bürgerenergiegesellschaften zweier Projektentwickler, in der zweiten Ausschreibungsrunde wurden bereits über 60 Prozent an Bürgerenergiegesellschaften eines einzelnen Projektentwicklers vergeben. Mit der Ausschreibung ist somit entgegen der Absicht der Bundesregierung eine Konzentration auf wenige Akteure erfolgt. Die Bundesregierung hat diese Fehlentwicklung zwar erkannt und mit einem Moratorium der Privilegien von Bürgerenergiegesellschaften für die ersten Ausschreibungsrunden in 2018 reagiert. Die Änderung hätte jedoch bereits zur dritten Ausschreibungsrunde 2017 erfolgen und dauerhaft angelegt sein müssen.

 

„Die Veröffentlichung der dritten Ausschreibung darf nur erfolgen wenn sich der Bundestag mit dieser Fragestellung erneut befasst hat und das Moratorium auch für diese Ausschreibung zur Anwendung kommt", fordert Lies. Sonst gelten die bisherigen Privilegien in der dritten Ausschreibungsrunde für weitere 1.000 MW Leistung fort.

 

„Auf Grund der deutlich längeren Frist zur Realisierung von Bürgerenergieprojekten droht ein erheblicher Einbruch des Ausbaus in den Jahren 2019 und 2020. Der Ausbaupfad im EEG für die Windenergie an Land wird mit diesen Ergebnissen nicht einzuhalten sein. Damit verfehlt die Bundesregierung ihre Ziele zum Ausbau der Windenergie an Land wenigstens in diesen Jahren deutlich. Wir fordern daher von der Bundesregierung, die Rahmenbedingungen unverzüglich, noch für die dritte Ausschreibungsrunde, zu ändern. Um die notwendige Planungssicherheit für die Branche zu schaffen, sollen ab sofort nur noch Projekte mit der erforderlichen Genehmigung für die kommenden Ausschreibungen zugelassen werden. Für alle, also auch für Bürgerenergieprojekte, müssen die kürzeren Realisierungsfristen gelten. Des Weiteren muss die Bundesnetzagentur bereits vor dem Hintergrund des Moratoriums den bestehenden Spielraum für die Festlegung des Höchstpreises in 2018 nutzen. Um den bereits entstandenen Fadenriss abzumildern, fordern wir in einem gemeinsamen Positionspapier von der Bundesregierung für die Jahre 2018, 2019 und 2020 Sonderausschreibungen. Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass auch mit der Ausschreibung weiterhin Bürgerwindparks bevorzugt möglich sind. Was wir jetzt erleben ist für mich aber das Gegenteil. Die letzte Ausschreibung zeigt, dass 60 Prozent an einen einzelnen Projektentwickler und regional sehr eingeschränkt vergeben wird. Das macht deutlich, dass damit das Gegenteil unseres Ziels erreicht worden ist. Hinzu kommt, dass es keinen kontinuierlichen Ausbaupfad mehr gibt", sagte Lies.

 

Ohne eine sofortige Änderung des Rahmens werden Ende 2017 voraussichtlich rund 2.700 MW Windenergieleistung an wenige Akteure vergeben sein, deren Realisierung erst in über vier Jahren erfolgen könnte. Da die niedrigen Gebote nur aufgrund der technologischen Entwicklung überhaupt realisiert werden können, ist mit einer späten Realisierung nicht vor Ende 2021 zu rechnen. Rund 95 Prozent des in diesem Jahr bezuschlagten Volumens müssen auf Grund der Privilegien für Bürgerenergiegesellschaften erst bis Ende 2021 in Betrieb genommen werden. Darüber hinaus verfügen deutlich über 90 Prozent aller Projekte zum Zeitpunkt des Zuschlags nicht über die erforderliche Genehmigung nach dem Immissionsschutzgesetz, so dass deren Umsetzung fraglich ist.

 

 

 

Unternehmen diskutieren die digitale Zukunft

Die Frauen der Region beteiligen sich an der Diskussion rund um die Digitalisierung

Auf Norddeutschlands schönster Alm trafen sich Fach- und Führungskräfte der Region, um das Thema Digitalisierung in Unternehmen zu diskutieren. Auf der Steinberg Alm in Goslar erläuterten Dirk Bode, CEO der fme AG, Braunschweig und Justus Perschmann, Geschäftsführer der Perschmann Gruppe, dass die digitale Revolution alle Bereiche unseres Lebens tiefgreifend verändern wird. Vernetzung, steigende Rechenleistung und selbstlernende Roboter treiben die Innovation von Medizin, Biotechnologie und Neurowissenschaften über die Energieversorgung bis zu einer Vielzahl von Branchen voran. Auch Bärbel Heidebroek, Geschäftsführerin des Energieversorger Landstrom, nahm an der Diskussion teil.  „Digitale Transformation, autonomes Fahren und vernetzte Stadtgesellschaft sind für unsere Region, als führende Forschungs-und Verkehrskompetenzregion, hoch relevant. Daher ist ein intensiver Austausch der beteiligten Unternehmen wichtig,“ ist sich Heidebroek sicher.